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Swissphone ITC600

 

 

Der ITC600 ist ein DAU für Pocsag-Aussendungen im 2m Band. 

 


 Programmierung, Parametrierung 

Über die 6-polige Buchse "VDU" ist ein Service-Zugang auf das Gerät möglich. Hierfür kann die Terminal-Software "Tera Term VT" verwendet werden. 

Hardwaremäßig ist ein Terminal-Kabel notwendig. Dieses lässt sich wie folgt selbst anfertigen: 

Von einer Sub-D-Buchse (RS232) auf einen 6P6C-Stecker (Westernstecker, 6-polig). Falls es Probleme gibt, einen 6P6C-Stecker zu organisieren, einfach ein RJ45-Kabel (Netzwerkkabel) an den Seiten etwas abfeilen/schmirgeln, und die zwei äußeren Kontakte nicht belegen.

Kontaktbelegung ist wie folgt, wenn man diese Zählweise für Westernstecker annimmt: 

 

 

Sub-D 6P6C
1 6
2 5
3 4
4 3
5 2
6 1

 

Welche Leitungen wirklich verwendet werden, könnte nochmal ausgetestet werden. Es ist wohl schwierig, einen 6P6C Stecker bzw. fertige Leitung zu bekommen, rohe Stecker zum Selbstkonfektionieren sind meist nur 6P4C, zumindest Baumarktware. Wer so schlau ist wie ich, und meint, man könnte ja aus zwei 6P4C-Steckern einen 6P6C machen, indem man einfach zwei zusätzliche Schneidkontakte mit reindrückt, wird damit enttäuscht dass das Kunststoffgehäuse nur 4 Adern reinlässt...

Es gibt natürlich auch fertige 6P6C-DB9-Kabel...

  

Mit diesem Kabel die serielle Schnittstelle und die Buchse "VDU" verbunden, gibt auf der Terminal-Emulation folgenden Selbsttest...

 

 

Und danach folgendes Menü aus: 

 

 

Das verbreitete Passwort ist "ruf112". 

 

Im Menü können diverse Einstellungen vorgenommen und Tests gefahren werden, u.A. auch Dummy-Aussendungen. Hier ein paar unkommentierte Screenshots: 

 

 

An der Buchse "PRN" kommt wesentlich weniger Info.
Update: Dies ist ein Druckeranschluss für einen Kontrolldrucker.

 

 


DS510 Kanalwahl

Es sind im Gerät 8 Kanäle abgelegt, die per Service-Zugang oder Gerätemenü ausgewählt werden können. Die Sendeleistung wird per Poti geregelt. Dazu muss der S/E-Einschub gezogen werden.

 

 

Der Kanal wird im Servicemenü über seine Nummer ausgewählt. Bei meinem Gerät unter anderem...:

 

HF-Kanal Frequenz
0 172.640 MHz (K 25 OB)
1 172.680 MHz (K 27 OB)
2 172.820 MHz (K 34 OB)
3 172.920 MHz (K 39 OB)
4 173.140 MHz (K 50 OB)
5 173.200 MHz (K 53 OB)
6 173.240 MHz (K 55 OB)
173.260 MHz (K 56 OB)
   
   

Nach einem Kanalwechsel muss der DAU neu gestartet werden. Der Kanal wird im Display an der BSC angezeigt (c_).

 

Die Kanäle sind im DS510 per Eprom programmiert. Hinten auf dem DS510 sind die Frequenzen angegeben, ebenso wie auf dem Eprom selbst. 

 

 

Das Eprom ist ein Standard M27C512 mit 120ns. 

 


User-I/O

 

 

Die User-I/O-Schnittstelle ist eine 50-polige Buchse für div. Steuerfunktionen. Ein passender Stecker fand sich auf einem AFu-Flohmarkt, kommt von der Fa. AMP. Ansonsten einfach mal nach "50-pol Sub D" suchen. 

Der Bestückung nach sind einige Relaisausgänge und Optokoppler-Eingänge vorhanden. 

Als Optokoppler (IC53, IC54) werden K847P verwendet. 

 

[Pinout in Arbeit, folgt]

Vorab die digitalen Eingänge:

 

Beide Seiten der OK-Dioden sind herausgeführt. So kann mit externer Spannung, oder mit den internen 5V und GND, entweder mit Highside oder Lowside geschaltet werden
Im Gerät sind vor den Dioden Vorwiderstände vorhanden, um direk mit 5V oder 12V auf die Optokoppler zu gehen. 

Dafür sind je 3 Pins je Optokoppler vorhanden. Der erste (26, 29, 32...) ist der 5V Eingang (über 560R intern), der zweite (27, 30, 33...) ist die Kathode, der dritte (28, 31, 34...) ist der 12V Eingang (über 1,5k intern)

In der folgenden Tabelle wurde Plus geschaltet, und die Lowside nach GND gebrückt.


 

Gerätemenü

Das Gerätemenü kann am Gerät über die Tasten aufgerufen und bedient werden. 

 

1 ITC
     11 TIME
     12 DATE
     13 N POS        Position des DAU im Netz
          0.0 bis x.x   (0.0 = Master)
     14 DELAY

2 STATUS
     21 CH
     22 USERi         Zustand der digitalen Eingänge an User-I/O 
     23 USERo        Zustand der digitalen Ausgänge an User-I/O 
     24 RSSI
     25 TIME
     26 DATE
     27 VER
3 SERV
     31 TX 0
     32 TX 1
     33 TX P
     34 SW CH
     35 HS
     

 


 

Stromversorgung

 

Im Normalbetrieb wird der DAU vom Einschub "PS 200" als Netzteil aus 230V Netzspannung versorgt. 

Bei Stromausfall kann eine 12V Batterie den Betrieb sicherstellen. Dafür ist die Karte "DCV 200" gesteckt, an dieser wird auch der Akku angeschlossen. 

 

 

Außerdem ist noch ein Einschub "EPS 200" vorhanden. "Emergency Power Supply"? Dieser enthält einen Bleigel-Akku, 12V 12Ah, und wird im Netzbetrieb nicht benötigt. Akkutype: Panasonic LC-RA1212PG1.

 

 


 

 

 

DAU zum Master

Gerätemenü aufrufen, unter ITC-Menü/N POS "0.0" einstellen. Damit wird der DAU zum Master-DAU:

 

 


 

 

Update 08.04.2015:

Mittlerweile habe ich freundlicherweise ein originales Handbuch zu dem DAU erhalten. Dieses gibt auf 319 Seiten alle Geheimnisse preis, einschließlich Schaltpläne. Damit endet das "trial and error" sowie "reverse engineering" hier wohl. 

 


 

Hier mal ein kurzer Mitschnitt einer Testaussendung (Dummy) und der periodischen Prüfsignale: 

 

 

Die Alarmierung von gerade auf der passenden Frequenz laufenden Pagern funktioniert damit schon einmal. (Dataline 300, Dataline 500).

 

 

 


 

Örtliche / Lokale Alarmierung

Im Gerät können, wenn es dafür konfiguriert ist, bis zu 15 Fixtexte hinterlegt werden, alle mit einzelner RIC. 

Diese Fixtexte können durch die Optokoppler-Eingänge an der User-I/O-Buchse alarmiert werden. 

 

Hier eine testweise Fixtext-Alarmierung: 

 

 


 

Alarmierung per serieller Schnittstelle

Über die 3 Local Inputs an der Frontseite des BSC200 lässt sich per serieller Schnittstelle eine Alarmierung senden. 

Dafür ist etwas Vorarbeit notwendig. 

Das Kabel ist das gleiche wie für die VDU-Schnittstelle.

Zuerst muss der DAU als "Master" konfiguriert werden (Netzposition 0.0)

Dann muss der DAU initialisiert werden, als DAG im Digicom-Modus zu laufen. Dafür per Realterm folgende Strings an den DAU schicken: 

 

\x02[ITC300MXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX]\x04CA\x0D\x0A
\x02[ITC300MXXXXXXXX04XXXXXXXXXXXXXXXXXXXXXX]\x04CE\x0D\x0A
\x02[ITC120CXXXXXXXXXXXX00000XXXAF1210X00XXX]\x04ED\x0D\x0A
\x02[ITC120CXXXXXXXXXXXX00000XXXAF1230X00XXX]\x04EB\x0D\x0A

(eventuell reicht auch nur die letzte Zeile...)

 

Der Aufbau des Telegramms sieht wie folgt aus: 

 

\x02[ITC300AABCDEFGH]RIC[ALARMTEXT]\x04PRÜFSUMME\x0D\x0A

Beispiel: 


\x2[ITC300AABCDEFGH]1234567d[Testaussendung ITC600 als Freitext, www.hbaar.com]\x04DG\x0D\x0A

 

Stand Heute (08/16) wird noch an der Berechnung der Prüfsumme gearbeitet. 

 

\x02[ITC300AABCDEFGH]4711b[Test]\x04HF\x0D\x0A

\x02[ITC300AABCDEFGH]4712b[Test]\x04HG\x0D\x0A

\x02[ITC300AABCDEFGH]4713b[Test]\x04HH\x0D\x0A

 

 

Update 02/17:

Zum Ende des letzten Jahres wurde sowohl die Prüfsummenberechnung "geknackt", sowie die Organisation des Eproms aufgefdröselt. Mit diesem Wissen ist es nun möglich, ein einges Programm zum Senden von Freitexten zu programmieren, sowie Eproms mit Wunschkanal zu schießen. 

 

 

Update 03/17: 

Ein weiterer Mitstreiter ist dazu gekommen, mit zunächst kleineren Problemchen mit seinem ITC (Spannungsversorgung), hat sich aber aus dem Bereich BaWü schnell einen weiteren ITC dazu organisiert. 

 

Die Kanalerzeugung soll noch mal separat beleuchtet werden, serielle PLL (TBB200N), usw. 

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