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Letzte Änderung:
11.12.2017, 21:02

 

Eberspächer Luft-Standheizung

 

 

Diese Benzin-Luftstandheizung, wahrscheinlich B3LC, steckt in einem VW T4, und hat keine Funktion mehr. 

Beim Einschalten an der Vorwahluhr klicken teilweise ein paar Relais, vereinzelt lief auch mal die Förderpumpe (25 1830 45) tackernd an, aber keine Funktion der Heizung. Ventilator läuft nicht an. 

 

 

Nach einigem Probieren mal die Förderpumpe demontiert, aus der Benzinleitung kam nichts. Also mal rückwärts durchgepustet, so kam schonmal wieder Benzin bis zur Pumpe. 

 

Hier eine Einbauanleitung mit allen Belegungen. 

Wiki über B3LC

 

 

Das Steuergerät (Hella/Eberspächer) 5HB 005 494-08 sitzt in der Luftführung im trockenen. Hier kommen die Signale der Vorwahluhr sowie Batteriespannung an, und gehen weiter zur Standheizung (Brenner, Ventilator). 

Der Fehler wurde erstmal hier vermutet. Ein zweites, gebrauchtes Steuergerät in unbekanntem Zustand zeigt aber ebenfalls keine Funktion. 

 

 

Auch mal den Brenner geöffnet, hier kontrolliert. Sicherheits-Temperaturbegrenzer ist OK. Flammfühler hat einen Widerstand von 1088 Ohm, plausibel.

 

 

Also das Steuergerät mal auf den Tisch geholt. Im Steuergerät stecken unter anderem zwei Relais (Spulen je ca. 101 Ohm) und ein µC. Pinout ergibt sich aus dem Handbuch, erstmal auf Klemme A3/A4 12 Volt drauf. Zieht so gut wie keinen Strom. Dann die Heizungseinschaltung, welche normal von der Vorwahluhr kommt (B9) auf 12V. Damit genehmigt sich das STG schonmal 20...30mA (12...14V). 

Nach etwas forschen auf der Platine, findet sich ein LP2951, dieser wird mal näher betrachtet. In der Nähe saß ein Elko, welcher nur auf 0,3V geladen wurde. Der Elko hängt an Pin 8, also am Input. Hier kam schonmal nichts an. Gesucht, dieser wird erst versorgt, wenn Spannung auf Pin 9 (B9, Heizung ein) gegeben wird, oder das "hintere", also das von den Steckern entferntere Relais anzieht. Dann lädt der Kondensator auf ca. 10,75V, und der LP2951 macht 5V Output. Diese werden noch von einem Elko glattgebügelt, und gehen dann zur Platine mit dem µC.  

Der µC sitzt mit etwas Hühnerfutter auf einer Huckepackplatine. Typ Philips PCF83C552-5WP

Hilft leider noch nicht weiter. Also wieder 14 Volt dran, alle Steuerklemmen abgegangen, keiner führt Spannung gegen GND. Merkwürdig, denn die eigentliche Heizung würde in diesem Zustand gar nicht versorgt werden. Nochmal Pin 9 hochgezogen (Heizung ein von Vorwahluhr)...

 

 

Klemme Funktion bei B9=high
B1 n/c? 10,9V
B2 Flammfühler 0V
B3 (Fühler) 5V
B4 Diagnose/Test 0,6V
B5   0V
B6   0V
B7 n/c? 5V
B8 (Poti Vorwahluhr) 5V
B9 1= Heizung ein (14V)
B10 Flammfühler 5V
B11   0V
B12 lowside Förderpumpe 0V

 

Die Förderpumpe ist interessant angeschlossen. 12V werden von einem Relais im Steuergerät (A2) durchgeschaltet, gehen direkt zur Pumpe (schwarz), kommen zurück (grün), gehen im Brenner über den Überhitzungsschutz (Art Klixon), zurück ins Steuergerät (Pin B12), und werden hier von einem BUZ71A Mosfet geschaltet. Die Source hängt dann auf GND. 

 

 

Dann noch einmal das Handbuch überflogen. Die Vorwahluhr zeigt zwar keinen Fehler, aber interessant ist folgendes: 

050 Zu viele Startversuche
Verriegelung des Steuergerätes durch 5maliges Einschalten in Folge (=10 Startversuche) ohne Flammerkennung (Fehlercode 052). Entriegelung durch Löschen des Fehlerspeichers mit Diagnosegerät/PC.

Aha. Das wäre plausibel. Durch die verstopfte Benzinleitung ließ sich die Heizung nicht starten, und dadurch hat diese einen Fehler gespeichert. Allerdings ohne den Fehler in der Vorwahluhr zu melden...

Es führt wohl doch kein Weg an einer anständigen Diagnose vorbei. 

 

 

EDiTH-Software

Hier lässt sich schonmal die Software von Eberspächer "Edith" runterladen...:

http://www.esparofmichigan.com/techsupport/

Zur Kommunikation fehlt dann nur noch ein wahrscheinlich K-Line Adapter. Einen solchen habe ich mal für eine Webasto selbst gebaut, ansonsten ist aber noch ein OBD2-Interface vorhanden. 

Die Software ist scheinbar etwas zickig. Auf einem Windows 7-PC ließ sich keine Schnittstelle auswählen, weder USB noch Seriell. Ohne Auswahl lässt sich das Programm gar nicht installieren, außer man startet den Installer manuell.
Auf einem XP-Diagnose-Laptop war automatisch "USB" ausgewählt, allerdings funktionierte keiner der beiden im Programm erscheinenden Adapter. Also nochmal manuell installiert...

Auf dem Windows 7-Rechner sind beim Start von EDiTH noch die zwei seriellen Schnittstellen mit aufgeführt.

Das vorhandene OBD2-Interface ist ein Rosstech-Fake, und meldet sich als USB-Interface ohne serielle Schnittstelle im Geräte-Manager an. Daher lässt sich dieses wohl nicht in Verbindung mit EDiTH nutzen. Es gibt wohl Treiber, die für das Rosstech Interface einen seriellen Port einrichten, aber da dieser Fake sowieso schon so eine Mimose ist, und bei der kürzesten Verbindung mit dem Internet den Geist aufgibt, lassen wir das mal lieber. 

Irgendwo muss sich noch der K-Line-Adapter finden. Dieser bestand aus einem MAX232, einem 7805 und zwei Transistoren. Ich schätze mal einer von diesen beiden, wobei mich dort auch schon wieder wundert, warum einmal Pullup auf 12V, einmal auf 5V...

 

 

Ob das funktionieren kann? Immerhin fragt EDiTH wohl die Schnittstelle ab... mal antesten. Diagnoselaptop hat natürlich keine serielle Schnittstelle, also muss das Toughbook herhalten...

Trotzdem will das ganze immer noch nicht. Die Pegel passen anscheinend nicht, zumindest wackelt da überhaupt nichts an den Pins. Der Pullup an 12V zieht die K-Line auf ca. 9,5V, wird diese dann an den Diagnoseanschluss verbunden, zieht diese runter auf 2,5V... 

Hier findet sich etwas über die Pullup-Widerstände. Da wurde irgendwas von 510 Ohm geschrieben. Wäre zumindest einen Versuch wert... 

 Also einen 1k parallel drübergelötet. Damit liegen die Pegel bei 2,3V low/7,5V high. Das wären für K-Line eigentlich noch zu wenig, eine 1 ist normal 70...100% der Batteriespannung, bei 12V also 8,4V. Heißt also, die Pullups müssen noch kleiner...

Bringt aber auch nicht den gewünschten Erfolg, denn auch mit unter 500R reißt der Pegel auf ca. 3V ein, sobald der Pin B9 auf high gezogen wird, und damit der µC Spannung bekommt...

 

 

Nach ewigem probieren genervt aufgegeben, und bei Ebay einen OBD-Adapter mit Adapterkabel auf K-Line im Nachbarort gekauft... 

 

 

Das Teil schimpft sich AutoDia K409. Billiger China-Kram der sonst bei Ebay für den Wert einer Kiste Bier weg geht. 

Zwar war ein Treiber dabei, aber sowohl auf PC (Windows 7) als auch Laptop (XP) waren diese nicht notwendig. 

Die ersten Verbindungsversuche waren natürlich nichts. Nicht mal die rote LED leuchtete... Merkwürdig. Die ganze Konstruktion ist ein 1A Wackelkontakt... Also das ganze unter Spannung gesetzt, damit wenigstens etwas arbeitet...

 

 

Nach etlichen Versuchen noch immer nichts. Am Diagnosepin sind auch überhaupt keine Pegel zu messen, immer durchgehend. Also das so genannte Interface mal aufgemacht... 

 

 

Das hätte ich nicht erwartet, auch hier steckt nichts drin, außer einem FT232 und ein paar Transen...

 

Also mal die Belegung zum Adapter ausgeklingelt, und direkt Spannung auf den Adapter gehängt. Mittels HTerm mal was drübergeschickt: Pegel von 4,3V/14V. Bestens. Nur EDiTH wackelt überhaupt nicht... 

Über Nacht kam dann so ein schlechtes Gewissen, weil ich ja anscheinend die Installation ein bisschen ausgetrickst habe, bzw. bei der Installation keine Schnittstelle ausgewählt habe. Also nochmal deinstalliert, und mit angestöpselten Interface die Installation gestartet: Örks, wieder nichts...

Ich will nun gar nicht großartig anfangen zu erzählen, über reverse engineering der Schaltung des Steuergeräts, eigentlich reicht folgendes: 

 

 

Warum auch immer, latcht beim Einschalten der HC573. Der zieht den Eingang (1B) des ULQ2003A auf 5V, damit zieht der Ausgang (1C) auf GND. Dagegen fährt kein Pullup-Widerstand an. Abhilfe bringt wohl, den Diagnose-Pin einmal auf 12V zu tippen. Damit fällt das Latch ab. Da war ich neugierig, bei ca. 6V zieht die Kiste 50mA, dann fällt das Latch ab. Nachgerechnet kann das mit dem Pullup im kOhm-Bereich nie etwas werden...

 

Langsam verlässt mich die Lust an dieser ganzen Kiste, obwohl schon relativ viel Ehrgeiz dahinter steckt. Vielleicht muss das Projekt aber auch nur mal wieder ein paar Tage liegen... 

 

In mehreren Foren findet sich der Hinweis, dass ein gesperrtes Steuergerät durch Verbinden der Kontakte B9 und B11 am Steuergerät, bei eingeschalteter Heizung, dieses wieder freischalten lässt. Dies wird bei nächster Gelegenheit einmal geprüft, vorher kann man ja aber nochmal schauen, wo B11 hin geht...

Im Schaltplan wird dieser nur bis zur runden Steckverbindung unter dem Fahrzeug geführt. Wahrscheinlich, um zum einfachen Resetten leichten Zugang zu haben. 

Im Steuergerät hat B11 einen 1,2k gegen Masse, und geht auf die Huckepackplatine. Dort über 100k auf den HC14A Pin 1 (A1). Damit wird das ganze wohl später ein Eingang auf dem µC. 

Mit dieser Erkenntnis kann dann der nächste Versuch am Fahrzeug gewagt werden... 

 

Update: Nachdem die Standheizung wieder angeschlossen, und das Steuergerät verbunden wurde, den Versuch gewagt, und die Heizung eingeschaltet, danach direkt am Stecker Pin B9 und B11 gebrückt. Kurz darauf lief das Gebläse an, und die Förderpumpe lief. 

Gesamte Einheit wieder eingebaut, mehrere Startversuche und Dauerbetrieb, ohne Probleme. 

Ein anderes vorhandenes Steuergerät musste auch zurückgesetzt werden, damit lief aber das Gebläse nicht an. Trotzdem förderte die Pumpe. Wie das sein kann...

 

 

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