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Letzte Änderung:
17.02.2019, 21:15

 

Dräger Quaestor automatic Prüfgerät

 

 

Dieses Prüfgerät für Atemschutzgeräte und Atemschutzmasken wurde als defekt ausgemustert. 

Bei dem Gerät flackerte die Power-LED, und es war angeblich ein "klickern" aus dem Gerät zu hören. 

 

Also mal auf den Tisch geholt (40kg!), und aufgemacht:

 

 

Im Gerät steckt einiges an Technik. Aufgrund des Fehlerbildes wird ein Fehler in der Spannungsversorgung vermutet, somit wird dort angesetzt. 

Es sind 3 Schaltnetzteile verbaut, davon 2 Stück 15V/4A. Bei einem flackerte die Ausgangskontroll-LED bei angelegter Spannung. 

 

Leider meldete sich dabei die Hauptplatine mit Qualm. Hier war also definitiv mehr defekt. Netzteile abgesteckt und ohne Last gemessen: ok.

 

Also alle Stecker zur Platine beschriftet, fotografiert, und die Platine ausgebaut. 

 

Auf dem Tisch mal geforscht. Die beiden 15V Netzteile versorgen die Platine mit +15V und -15V. Diese mal extern eingespeist, und die Wärmebildkamera drauf gehalten. Ein OpAmp im TO220 (11-pin) ist dabei auffällig. Ein OPA541AP.

 

 

 

Die beiden OpAmps versorgen den im ersten Bild zu sehenden Getriebemotor. Dieser hat fest montierte Endschalter, und wird somit wohl von den OpAmps umgepolt. 

Zwar sind an jedem Ausgang zwei Freilaufdioden vorgesehen, plausibel wäre aber dass der OpAmp durch Induktionsspannung zerstört wurde. 

 

Ein Ersatz-OpAmp kommt für rd. 25 Euro. Eine Reparatur wird auf jeden Fall versucht, nachdem sichergestellt ist, dass der Motor keinen Schaden hat. 

 

Nach dem kompletten Ausbau der Platine und einem genauen Blick auf die Unterseite zeigten sich an beiden OpAmps sowie den vier zugehörigen Freilaufdioden Spuren von Flußmittel, auch sahen die Lötstellen anders aus als der Rest der Platine - Sieht aus, als wäre dort schon einmal nachgearbeitet oder repariert worden.

 

Update 30.12.2018

Der edle Ersatz-OpAmp ist eingetrudelt und wurde eingelötet. +-15V drauf: Nun wird der andere Opamp merklich warm, ebenfalls ohne Last. Es scheint also auch dieser geschädigt worden zu sein. 

Auf jeden Fall sollte der Getriebemotor aber noch kontrolliert werden. 

15V aus dem Labornetzteil auf den Motor: Bei 10A hat die Strombegrenzung dicht gemacht. Bei rund 2,5A Nennstrom die der Motor haben soll also mehr als auffällig. 

 

Also den Motor auch rausgeholt und begutachtet. 

 

 

 

 

Die Kohlen haben ganze Arbeit geleistet, und haben sich gefühlt mehr als 1mm in den Kollektor gefräst. Der entsprechende Abrieb saß überall, und hat natürlich für entsprechende Kurzschlüsse gesorgt. 

Also den Motor wieder ordentlich hergerichtet, wieder an 15V: Stromaufnahme mit Getriebe im Leerlauf 400mA!

Damit konnte das Gerät wieder komplettiert werden. 

Erster Probelauf mit Software war vielversprechend. Die Software gibt eine Motortest-Prozedur her. Leider verabschiedete sich nach kurzem Betrieb der zweite Opamp ebenfalls mit Kurzschluss. Wahrscheinlich war dieser aber eben schon vorgeschädigt durch die dauernden >10A die der Motor sich genehmigt hat. 

Dieser wird also auch noch getauscht werden müssen... 

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