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Knickschrauber Umbau Li-Ion

 

Hier ein kurzer Bericht vom Umbau eines Knickschraubers (ABB Minifix, Panasonic, und baugleich) von NiCd auf Li-Ion-Akku. 

Ausgangslage waren 4 Stück Schrauber mit defekten und teilw. ausgelaufenen NiCd-Akkus.

In den Akkupacks stecken 2 Zellen, d.h. 2,4V. Außer dem Schalter steckt keine Elektronik mehr im Schrauber, und geht direkt auf einen Motor.
Da der Motor ja nicht im Dauerbetrieb läuft, sollte der Betrieb mit 4,2V aus einem 18650-Akku kein Problem darstellen.

Die Akkus haben mehrere freundliche Laptop-Akkus von IBM gespendet.

Zunächst wurde der Umbau an einem Akku vorgenommen, der Akku mehrere Tage im Feldeinsatz getestet, und daraufhin die anderen Akkus ebenfalls umgerüstet.

 




Die Akkus haben ein zweiteiliges Gehäuse, den zylindrischen Teil und den Deckel. Beide sind mit Sekundenkleber verklebt, und halten zusätzlich durch eine Rastnase im Gehäuse.

 





Zum Öffnen einen schmalen Schraubendreher in den Spalt zwischen Deckel und Zylinder eintreiben, dabei aber nicht genau mittig ansetzen, hier sitzt die Rastnase!
Dies auf beiden Seiten links und rechts der Nase machen, dann sollte sich der Deckel leicht abnehmen lassen.

 





Der alte Akku ist nur ins Gehäuse gesteckt, und lässt sich rausschütteln oder rausziehen.

Im Akku sind zusätzlich ein paar Bauteile (2 Widerstände, 2 Dioden, in Reihe in Schrumpfschlauch) sowie ein Thermoschalter eingebaut. Der Thermoschalter sitzt am unteren Ende des Akkus, das beim Laden im Ladegerät oben sitzt. Fängt ein Akku an zu überhitzen, steigt die Wärme nach oben und löst den Thermoschalter aus. Nicht blöd.

Für diese beiden Abgänge sind am Akku und für + und - sind am Akku oben also 4 Kontaktflächen vorhanden.
Für den Umbau werden nur die zwei verwendet, die zum Gerät gehen, d.h. + und -. Diese liegen sich gegenüber. Ansonsten in den Schrauber gucken.

 





Zwei von den Kontaktfahnen werden also abgeknipst, und auf den Kunststoffträger geklebt, Sekundenkleber taugt. Stabilit schien nicht zu halten.

 





Nun wird der Akku vorbereitet. Ich habe an Plus und Minus je ein H05VK 0,5² mit ca. 150mm Länge gelötet. Dazu die Litze vorher anständig verzinnen, den Akku an den Kontakten leicht anschmirgeln, einen Krümel Kolophonium drauf, und dann zügig verzinnen, abkühlen lassen, Ader drauf, und anlöten.
Man sollte halt im Hinterkopf behalten, dass man dort an Li-Ion-Akkus lötet, und nicht an einer Dachrinne. Dennoch, lieber ordentlich Hitze, und nur kurz, als handwarm und ewig drauf rumbraten.

Das andere Ende der Litze dann an die Kontaktfahnen, wer Wert drauf legt kann die Lötstellen noch einschrumpfen (besonders den Pluspol, nicht dass die Lötfahne oder die Lötstelle selbst durch die Isolierung des Akkus piekst und einen kurzen verursacht), Den Kunststoffträger mit den Kontaktfahnen auf den Akku (auf Plusseite des Akkus, da der Träger am Pluskontakt offen ist), und alles "schön" befestigen.

 





Danach das ganze Gebilde in das Gehäuse einschieben. Da der 18650-Akku insgesamt kürzer ist, hinten in den Freiraum etwas einschieben, damit der Akku im Gebrauch nicht zusammen mit den Kontaktfahnen nach hinten rutscht.

 





Dann den Deckel wieder drauf. meist hält dieser durch die Rastnasen, ansonsten wieder etwas Sekundenkleber oder vergleichbar drauf.

Ich habe mir nun so 4 Stück umgebaut.

Natürlich kann man diese Akkus nicht mehr mit dem Original-Ladegerät laden. Entweder lädt man die Akkus am Labornetzteil bei 4,2V, hier könte man die alten Ladegeräte schlachten und als Kontaktierung verwenden, oder man baut in die bestehenden Ladegeräte eine Ladeschaltung ein.

Ich habe mir dafür bei Ebay ganz billige 18650-Lader mit einem Schacht geholt. Unter 3 Euro zu haben.

Eine sinnvolle Erweiterung wäre, den übriggebliebenen Thermoschalter in den Leerraum hinter dem Akku einzusetzen, und diesen über den Ladeschacht zu überwachen, hierüber z.B. den Ladestrom abzuklemmen. Nach weiterer Überlegung habe ich dies aber verworfen. Auf dem Schalter steht "110C", was die Auslösetemperatur sein dürfte.
 Bei einem NiCd-Akku sicherlich sinnvoll. Wenn der Li-Ion-Akku allerdings schon auf 110° ist, dürfte es nichts mehr ändern, den Ladestrom wegzunehmen. Sinnvoller ist dann die Anschaltung an eine Sprinkleranlage oder Wählgerät zur Feuerwehr...

 

hbaar - 04/2013

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